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Kurz vor 6 Uhr, Werner setzt sich hinter das Lenkrad unseres einzigen Sattelschleppers und dreht den Schlüssel im Zündschloss um. Hinter dem Lenkrad bleibt er nicht lange: Schnellen Schrittes geht es ans Verladen. Schnell – ein gutes Stichwort. Denn auch dort geht es ruck-zuck weiter: Jeder Handgriff sitzt. Das mag zum Einen an der jahrelangen Erfahrung von Werner liegen, zum Anderen an seinem präzisen Augenmaß. Beladen wird übrigens mit Köpfchen: Er kennt seine Kunden und weiß, welche Waren sie zuerst brauchen – so belädt er seinen Sattelschlepper. „26 Paletten Fassungsvermögen hat mein LKW“, erzählt Werner. 

Nächster Halt

20 Minuten später hat Werner seinen City-Sattel voll beladen und ist bereit. Wohin es geht, weiß er schon. Seine erste Fuhre transportiert er jeden Tag von Bizau nach Bregenz. „Einige fixe Fahrten habe ich jeden Tag, das gefällt mir. Dann kommen aber auch Aufträge, die sehr unterschiedlich sind – eine bunte Mischung also.“ Über die Freisprechanlage hat Werner Kontakt zur Zentrale in Reuthe. Von dort aus disponieren Nico und Wise. Das heißt, sie organisieren, welcher Fahrer welche Ware wohin bringt und machen so auch für Werner einen Plan, wo sein Tag ihn hin führt. 

Fachsimpeln an der Laderampe

Dem Frühverkehr „as Land usse“ ist Werner gerade noch entronnen, er hatte freie Fahrt und hilft tatkräftig, die Lade seiner ersten Fuhre abzuladen. Elektrische Ameise hier, Stapler dort, Qualitätscheck da – auch hier hat jeder seine Rolle und weiß genau, was zu tun ist. Werner ist mit jedem per Du, man kennt sich – die Gaude darf nicht zu kurz kommen. “Das Leben ist ernst genug.” Wo Werner recht hat, hat er recht. Wenn alles glatt läuft, ist am Ende des Entladens sogar noch ein bisschen Zeit für Fußball-Gespräche oder Fachsimpeln unter Profis an der Laderampe.

Ein Teil vom Inventar

Seit 35 Jahren ist Werner Teil des Bischofberger-Teams und gehört damit schon fast zum Inventar. An sein Vorstellungsgespräch kann er sich noch gut erinnern: „Der Bischofberger hatte schon damals, im Jahr 1985, einen erstklassigen Fuhrpark. Das hat mich beeindruckt. Deshalb bin ich einfach zu Seniorchef Alois in den Greben rüber gelaufen und habe gefragt, ob ich bei ihm anfangen kann.“ In der Zwischenzeit ist Werner unendlich viele Kilometer gefahren, hat unzählige Pakete und Paletten verladen und hat zigtausende Schritte gemacht. Seinen Beinamen „Häuptling“ hat er zurecht: Lange Zeit hat er im Bischofberger-Lager Regiment geführt.

Sechs oder zwei Räder

Auch in seiner Freizeit ist Werner auf der Straße unterwegs. Sein Gefährt hat dann aber nur zwei Räder: Er ist leidenschaftlicher Motorradfahrer. Zur Arbeit kommt Werner übrigens auch auf nur zwei Rädern – aber ohne Motor, mit reiner Muskelkraft auf dem Rad oder ganz entspannt mit dem Bus. „Wenn ich Lust habe, mache ich im Sommer auf dem Heimweg hin und wieder einen kleinen ‚Umweg‘.“ Dann ist das Workout gleich auf dem Nachhauseweg integriert. Und Werner hat Zeit, auf einen ereignisreichen Tag zurück zu blicken.